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Mehr Mut für neue Tests bei der Risikobewertung von Stoffen

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Tübingen, den 13. 3. 2019

Bei der Stoffbewertung in Gewässern wurde viel geforscht, aber bisher wenig umgesetzt. Ein Workshop an der Universität Tübingen zu neuen Ansätzen zur Stoffbewertung ergab: die Zeit ist reif, um neue Tests in die Gewässerüberwachung zu integrieren.

Am 11. und 12. März 2019 fand an der Universität Tübingen der aus dem Projekt Effect-Net hervorgegangene Workshop „Von der biologischen Wirkung zur Regulierung: Wie können neue Ansätze in der Stoffbewertung helfen?“ statt.

Bei der Veranstaltung diskutierten etwa 120 VertreterInnen aus Wissenschaft, Behörden, Forschungseinrichtungen, Industrie und von Wasserversorgern über neue Methoden und Konzepte, die es ermöglichen, durch Chemikalien hervorgerufene Umweltschäden frühzeitig erkennen zu können.

Der Workshop war gut besucht und die Besucher diskutierten angeregt miteinander

Im Fokus stand die Frage, wie sich diese Methoden in die Risikobewertung von Stoffen und in das Methodenrepertoir zur Beurteilung der Gewässerqualität integrieren lassen. Um vorhandene Tests zu nutzen, müssen sie sensitiv, spezifisch und standardisiert sein. Viele Referenten betonten, dass die Zeit reif sei, neue Methoden in die Regulierung von Stoffen und in die Gewässerüberwachung zu integrieren.

Tamara Grummt vom Umweltbundesamt fasste dies treffend zusammen: “Es wurde lange genug geforscht und es wurden viele Tests entwickelt, jetzt müssen wir sie nutzen”. Hierfür sei „Mut notwendig“.

Von ethischen Fragen (links Prof. Thomas Potthast vom Zentrum für Ethik in den Wissenschaften), über neue Testverfahren bis zur praktischen Umsetzung von Biotests (rechts Dr. Tamara Grum Von ethischen Fragen (links Prof. Thomas Potthast vom Zentrum für Ethik in den Wissenschaften) über neue Testverfahren bis zur praktischen Umsetzung von Biotests (rechts Dr. Tamara Grummt vom Umweltbundesamt) wurde viel diskutiert.

Effect-Net ist Teil des Wassernetzwerks Baden-Württemberg und wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Es verbindet naturwissenschaftliche Grundlagenforschung mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen, um den zunehmenden Eintrag von Mikroschadstoffe wie Lebensmittelzusatzstoffe und Pharmazeutika in Gewässerökosysteme zu vermindern.

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Braunbeck
Aquatische Ökologie und Toxikologie
COS - Centre for Organismal Studies

University of Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 504
D-69120 Heidelberg

braunbeck@uni-hd.de
Tel.: +49-(0)62 21-54 56 68